| AIDS und HIV in Österreich |
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| Donnerstag, den 26. November 2009 um 01:00 Uhr |
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 In Österreich gab es im letzten Jahr insgesamt 70 neue Erkrankungsfälle mit AIDS, davon 55 (78,5%) Männer. Die höchste Zahl - nicht verwunderlich - in Wien mit 35 Erkrankungen, gefolgt von Oberösterreich mit 13 Fällen und Niederösterreich mit 7. Die Zahl der AIDS-Erkrankungen ist seit etwa 2004 ungefähr gleichbleibend und stabilisiert sich nach den 'Epidemie-Jahren' Anfang der 90-er Jahre - damals gab es rund 200 Neuerkrankungen pro Jahr - derzeit auf einem Wert zwischen 60 und 70 Fälle. 9 auf die AIDS-Erkrankung zurückzuführende Todesfällen soll es im letzten Jahr gegeben haben. Bei 17 Erkrankungsfällen (und keinem Todesfall) sollen Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) betroffen sein. Gerechnet auf die angegebenen 55 männlichen Neuerkrankungen würde das eine Prozentsatz von knapp 31% bedeuten (zu allen Zahlen beachte bitte unsere unten angeführten Schlussbemerkungen!).  Allerdings scheint sich hier der 'traurige Trend von der Rückkehr zur Schwulenkrankheit' auch in Österreich im heurigen Jahr zu verstärken: Von Jänner bis Ende August 2009 gab es in Österreich 26 Neuerkrankungen bei Männern (12 bei Frauen), davon sollen immerhin 11 (42,3%) Homo- oder Bisexuell sein. Positiv kann man jedoch bereits jetzt anhand der Zahlen der ersten 8 Monate des aktuellen Jahres prognostizieren, dass auch in Österreich die Zahl der neuen AIDS-Erkrankungen im Jahr 2009 gefallen sein dürfte.  Verglichen mit Deutschland zeigt sich somit in Österreich ein ziemlich gleiches Bild: Erkrankten in Deutschland im letzten Jahr im Schnitt 0,75 Personen pro 100.000 Einwohner an AIDS (82,5% davon männlich), waren es in Österreich 0,78 Personen (76,9% männlich). Extrem-Ausreisser stellt hier die Schweiz mit 2,47 Personen auf 100.000 Einwohner dar (siehe unseren gesonderten Bericht hier), wobei sich nach Angaben der Schweizer Behörden nur 47,2% um Schweizer Staatsbürger handeln soll. Selbst um diese Zahl bereinigt liegt der Schweizer Wert jedoch immer noch bei 1,16 pro 100.000 Einwohner.  Auch die Zahl der in Österreich an den Folgen einer AIDS-Erkrankung Verstorbenen war im letzten Jahr mit 19 (davon 17 Männer) um rund 30% niedriger als im Jahr davor und dürfte heuer (mit bis 30. August insgesamt 7 Toten, davon eher überraschend nur 2 Männer) noch weiter sinken. Auch hier hat sich die Zahl in den letzten 12 Jahren relativ konstant zwischen 20 und 30 Toten eingependelt. Insgesamt verstarben an den Folgen der Krankheit bisher in Österreich 1.491 Menschen (17,9/100.000 Einw.), davon 1.210 Männer (81%). 542 (44,8%) davon sollen homo- oder bisexuell gewesen sein. Auch hier wieder der Vergleich mit Deutschland: Dort verstarben bisher nach offiziellen Angaben 13.979 Personen an den Folgen der Krankheit (17,0/100.000 Einw.).  Ganz anders das Bild natürlich in den Großstädten: In Hamburg verstarben beispielsweise seit Beginn der Epidemie 70,5 Personen pro 100.000 Einwohner an den Folgen der Krankheit, in Köln 77,6 und in Berlin sogar fast 100 pro 100.000 Einwohner. Wien (mit offiziell angegebenen) 43,6 Verstorbenen pro 100.000 Einwohner kann da fast schon als Oase bezeichnet werden, während der von Zürich und Genf angegebene Wert von jeweils 155 pro 100.000 Einwohner schon utopisch scheint. (Anm: Vergleichszahlen mit Neuinfektionen pro 100.000 Einwohne, wie wir sie bei Deutschland und der Schweiz errechnet haben, sind in Österreich leider nicht möglich, da es dazu im Gegensatz zu den Nachbarstaaten keine Aufzeichnungen zu geben scheint - siehe Schlussbemerkungen).  Schlussbemerkung: Generell muss jedoch leider bemerkt werden, dass weder in der Schweiz noch in Deutschland um das Thema HIV/AIDS so ein großes Geheimnis gemacht wird wie in Österreich. Konkrete Zahlen, beispielsweise über die Zahl der durchgeführten Tests und den Anteil der davon positiv verlaufenen sind hierzulande offenbar nicht verfügbar. Nicht einmal die Aids-Hilfe Wien kann diese nennen und spricht - wenig aussagekräftig - von 505 neudiagnostizierten HIV-Fällen im Jahr 2008, ohne Angaben darüber machen zu können, auf wieviele Test sich diese Zahl bezieht. Selbst über die von der Aids-Hilfe Wien durchgeführten Test waren leider keine genauen Informationen erhältlich: Die Aids-Hilfe Wien spricht von "mehr als 6.000" durchgeführten Tests im letzten Jahr, kann jedoch weder genauen Angaben über die Zahl der dabei positiven Tests noch über die Verteilung auf männliche oder weibliche Probanten und deren sexuelle Orientierung machen. Es ist jedoch anzunehmen, dass die von der Aids-Hilfe Wien durchgeführten Tests mehrheitlich homosexuelle Männer betreffen. Vielleicht könnte man sich zum Internationalen Welt-Aids-Tag auch in Österreich darüber Gedanken machen, hier international vergleichbare Statistiken zu erstellen beziehungsweise zu veröffentlichen.  (Solltest du einen Teil der Berichtsserie über HIV/AIDS in der Welt versäumt haben, kannst du diese in unserer Rubrik Ratgeber hier nachlesen).  Bild: gayösterreich.at |



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