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Pattaya: Der an Ostküste des Golf von Thailand gelegene Badeort Pattaya ist bei Vielen als 'Buff von Thailand' verschrieen.Â
 Der etwa 150km oder 2 Autostunden von Bangkok gelegene Ort zieht jährlich Millionen von vergnügungssüchtigen Urlaubern an und hat sich seitdem aufgrund seiner ausgeprägten Vergnügungsindustrie einen zweifelhaften Ruf erworben. Ist Pattayas Nachtleben tatsächlich so verrucht wie oft behauptet?Â
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Knapp 150km oder 2 Stunden mit dem Taxi von Bangkok entfernt (Taxikosten rund 1.500 Baht / rund 30,00 Euro) liegt an der Ostküste des Golf von Thailand der 'Badeort Pattaya', der mit seinem ausgeprägten Nachtleben jährlich über 5 Millionen Besucher aus aller Welt in seinen Bann zieht. Seit den frühen 60er-Jahren, als im Vietnamkrieg Pattaya als amerikanischer Marinestützpunkt diente, hat sich der Ort aber auch gerade aufgrund seines ausgeprägten Nachtlebens einen etwas zweifelhaften Ruf erworben. Wir haben den Ort daher einem ausführlichen Test unterzogen:
 Die tagsüber etwas trostlos und leer aussehende Strandpromenade verwandelt sich nach Sonnenuntergang in eine Fußgängerzone und will damit mondänen Flair vermitteln. Ein (relativ überteuertes) Fisch-Restaurant reiht sich an das andere, nur unterbrochen von den zahlreichen Vergnügungslokalen, in denen halbnackte Mädchen auf Unterhaltung warten. Aber das ist natürlich nicht das Ziel unserer Reise.
'Das schwule Vergnügungsviertel' von Pattaya ist 'Boyz-Town', das von Hotels und Restaurants über Outdoor-Bar bis zum Massagesalon und GoGo-Bar alles bietet, was man als schwuler Tourist 'unbedingt zum Überleben braucht'. Theoretisch müsste man diesen Strassenzug überhaupt nicht verlassen, sofern nicht doch der Wunsch aufkommt, während des Urlaubes auch das Meer zu sehen.
Das zweite Vergnügungsviertel nennt sich 'Sunee-Plaza' und liegt in der Nähe des Day-Night Bazaar. Auch hier findet man alles, um einen entspannten Urlaub verbringen zu können. Hervorzuheben ist hier sicherlich das Don Plaza Hotel unter deutsch-gründlicher Leitung. Es bietet mit seinen 16 Zimmern den selben Komfort wie die Hotels in Boyz-Town, nur um einige hundert Baht günstiger. Die Outdoor-Bar 'Come-In', die einst der Salzburger Gastronom Bernhard (Ex-Zweistein) eröffnet hat und mit der dieser in Thailand ordentlich Schiffbruch erlitt, steht nunmehr unter französischer Leitung, ist aber immer noch eine der bestbesuchtesten Bars des Viertels.
Wer doch lieber außerhalb der 'Vergnügungsmeilen' urlauben möchte, für den bietet sich mit der neuen Sansuk-Sauna und Guesthouse eine interessante Alternative. Diese liegt etwa auf halbem Weg zwischen Boyz-Town und Jomtien-Strand. Man braucht also ein Taxi, was jedoch bei einem Preis von 10 Baht pro Fahrt und dem Überangebot an Sammeltaxis, die ständig die Strecke abfahren, kaum nennenswert ist. Für eine Fahrt innerhalb Pattayas oder nach Jomtien zahlt man derzeit generell 10 Baht. Am Besten hält man das fahrende Sammeltaxi einfach durch Handzeichen am Strassenrand an. Eine Angabe des Fahrzieles ist nicht erforderlich, denn diese Taxis fahren festgelegte Routen. Will man aussteigen, drückt man einfach die angebrachte Klingel und zahlt dem Fahrer nach dem Aussteigen.
Apropos Strand: Der in Pattaya selbst ist kaum empfehlenswert. Besser ist es, hier mit dem Sammeltaxi nach Jomtien zu fahren. Dort ist der Strand wesentlich sauberer und das Angebot an Freizeitaktivitäten größer. Auch in Jomtien hat sich eine kleine 'Szene' entwickelt. Angefangen von der Outdoor-Bar bis zum Massagesalon und Gogo-Klubs ist auch hier alles vorhanden. Allerdings wesentlich kleiner als in den Zentren von Pattaya. Dafür gibt es eben in Jomtien einen 'schwulen Strandabschnitt', auf dem man tagsüber auf einer gemütlichen Liege das Flanieren der Jungs beobachten oder sich von einer der zahlreichen Masseusen massieren lassen kann. Dieser liegt von der Hauptstraße aus gesehen etwa 500 Meter rechts von der Polizeistation.
Wer Lust auf 'Spezielle Massagen' hat, der wendet sich an eines der zahlreichen 'Boy-Massage-Salons': Hier kostet eine Massage zwischen 500 und 1.000 Baht (10,00 bis 20,00 Euro), 'Minimum-Trinkgeld für den Masseur (meist ab etwa 500 Baht) nicht inklusive. Wer auf 'spezielles Service' keinen Wert legt, der besuche jedoch lieber einen der zahlreichen anderen Massagesalons: Ab 300 Baht (6,00 Euro) kann man sich dort von Fachkräften eine Stunde lang wirklich toll und auch fachgerecht eine Thai-Massage verpassen lassen und verlässt diesen Salon dann auf eine ganz andere Art wirklich entspannt.
Natürlich ist Pattaya, speziell das Gebiet rund um die Sunee-Plaza, immer noch nicht frei von gewissen verbotenen Aktivitäten. Für rund 300 Baht (6,00 Euro) kann man ohne Probleme 'Short-Time-Rooms' bekommen, für die nach keinem Ausweis der Gäste gefragt wird. Und bei manchen der Tänzer in gewissen Gogo-Bars scheint dies leider auch dringend notwendig zu sein. Nicht nur abartig, sondern kriminell wird es, wenn man eines der Angebote der zahlreich herumlungernden Boys in Anspruch nimmt. Auch wenn die Polizei nicht wirklich intensiv dahinter zu sein scheint: Wenn ein gewisses Alter unterschritten wird, wird es richtig teuer. Wer die Angelegenheit dann nicht mit mindestens 100.000 Baht (2.000 Baht) 'polizeiintern' regeln kann, wandert unweigerlich ins Gefängnis - und sollte dies auch. Zahlreiche verkrachte Existenzen aus der ganzen Welt, die ohne Pass auf ihre Verhandlung warten, sollen als warnendes Beispiel dienen. Viele der Jungs arbeiten zudem auch mit der Polizei zusammen. Erst unlängst gab es dazu eine Dokumentation im thailändischen Fernsehen, bei der Polizisten als Journalisten getarnt mit Kindern durch die Lokale streiften und die Minderjährigen auf alle 'Bekannten' zeigten. Erst anschließend gaben sich die Journalisten als Polizisten zu erkennen - mit schlimmen Folgen für die Betroffenen.
Prostitution ist übrigens in ganz Thailand - egal ob es sich um hetero- oder homosexuelle handelt - streng verboten. Die Gogo-Dancer/-innen in den Bars müssen alle über 18 Jahre alt sein (Geburtsjahrgang nach thailändischen Kalender: +545 Jahre, somit heuer 2534) und sind natürlich ausnahmslos zum visuellen Vergnügen da. Wer trotzdem einen Begleiter für den Abend sucht, beispielsweise zum Essen gehen oder Schachspielen: Die Barauslöse an den Schwulen- und Gogo-Bars beträgt zwischen 300 und 500 Baht (6,00 bis 10,00 Euro), der Begleiter - abhängig von der Dauer des Essens - zwischen 700 und 1.000 Baht (14,00 bis 20,00 Euro). Auch die Getränke sind natürlich in derartigen Bars teurer: Man zahlt zwischen 80 und 200 Baht pro Drink (1,60 bis 4,00 Euro).
 Apropos Essen: Dieses ist natürlich in Thailand ebenfalls sehr günstig. In guten Lokalen kann man ohne Schwierigkeiten thailändische Gerichte bereits um 80,00 bis 120,00 Baht (1,60 bis 2,40 Euro), europäische Gerichte um etwa das Doppelte erhalten. Von einem Essen an einer der zahlreichen Garküchen an der Strasse oder am Markt raten wir übrigens unbedingt ab: Europäer vertragen das dort gebotene Essen meist nicht - und Montezumas Rache kann gnadenlos sein.
Ebenso liegen die Hotelpreise meist weit unter europäischen Niveau: Gute Zimmer sind selbst in der Hauptsaison bereits ab etwa 1.000 Baht (20 Euro) erhältlich, selbst für absolute Luxusressorts muss man - sofern es sich nicht um eine internationale Kette handelt - kaum mit mehr als 3.000 bis 4.000 Baht (60,00 bis 80,00 Euro) für das Doppelzimmer kalkulieren. Es empfiehlt sich, ein Doppelzimmer (das im Normalfall in Thailand das Gleiche kostet wie ein Einzelzimmer) zu buchen, da sonst einige Hotels für die Schachpartie mit dem Partner Extrakosten (bis zu 500 Baht) verlangen.
 Bekannt ist Thailand und auch Pattaya natürlich auch aufgrund der Travestie-Shows, die bekannteste und natürlich professionellste in Pattaya ist die Show im Tiffany's, die seit über 28 Jahren Millionen von Besuchern begeistert. Drei Shows mit jeweils knapp 1.000 Besuchern gibt es täglich. Wer es billiger und weniger mit Massenandrang will, findet kleinere Shows auch in Boyztown, beispielsweise in der Copa-Show-Bar oder im Boyz-Boyz-Boyz.
Zusammenfassend kann also gesagt werden: Pattaya ist besser als sein Ruf. Wer nicht unbedingt auf kristallklares Wasser und einsame Strände Wert legt, sondern wem auch die Abendunterhaltung im Urlaub wichtig ist, der kann hier einen schönen und im europäischen Vergleich günstigen Urlaub verbringen. Sparmeister müssen wohl mit nicht mehr als 50 Euro pro Urlaubstag kalkulieren, für das Doppelte des Betrages kann man schon fast einen Luxusurlaub verbringen. Die Hauptsaison in Thailand beginnt übrigens mit Anfang November und geht bis etwa Mitte März.
Bilder: gayösterreich.at
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