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Freitag, den 28. Mai 2010 um 00:05 Uhr

Welt: Eine ganz besondere Reise um die Welt mit 467 Jahre Haft, 7-mal lebenslänglich und 7-mal die Todesstrafe.

 Heute haben wir eine ganz besondere Weltreise auf dem Programm: Eine Tour durch 68 Staaten der Welt, bei denen du immerhin bis zu 467 Jahre im Gefängnis gewinnen kannst. Ganz abgesehen natürlich von den Hauptpreisen: Lebenslänglich oder sogar die Todesstrafe. Vorausgesetzt, du bist homosexuell.

 

In 68 Ländern der Welt steht Homosexualität immer noch unter Strafe, wobei der Strafrahmen von einer Geldbusse bis zur Todesstrafe reicht. Allein 29 afrikanischen Staaten stellen Homosexualität unter Strafe, 22 immerhin in Asien und jeweils 8 in Nord- und Mittelamerika sowie Ozeanien. Auch in Südamerika gibt es noch ein Land, das Homosexualität mit lebenslänglicher Haft bestraft. Wir haben diese Staaten für dich einmal aufgelistet und errechnet, für wieviele Jahre du insgesamt hinter Gittern wandern könntest: Es sind genau 467 Jahre, abgesehen von siebenmal lebenslänglich und siebenmal die Todesstrafe.

Gimpflich mit einer Geldstrafe davon kommst du in Liberia, das wir somit als Start der Reise empfehlen. Anschließend brauchst du dein Geld im Gefängnis ja sowieso nicht mehr.

Weiter geht es dann in den Libanon und nach Nepal, wo du dich bei nur 1 Jahr Haft erst einmal an die Gefängnisluft gewöhnen kannst, bevor du weiter nach Turkmenistan reist. Dort darfst du 2 Jahre die Gefängniskost genießen, sofern du schwul (nicht lesbisch) bist. 

3 Jahre kannst du dann als Schwuler in Ägypten, Algerien, Äthiopien, Benin, Eritrea, Guinea, Marokko, Mosambik, Simbabwe, Togo, Tunesien, Oman, Syrien und Usbekistan gewinnen. Lesben sollten Usbekistan auslassen, denn die lesbische Liebe ist dort nicht verboten.

Zwischenzeitlich hast du die Sozialeinrichtungen von 18 Ländern kennengelernt und bist um 46 Jahre gealtert. Wenn du die Reise also früh genug begonnen hast, kannst du weiter nach Kamerun, Libyen, Malawi, Mauritius, Senegal und Katar reisen, wo du für je 5 Jahre Gratisverpflegung genießen kannst.

Jetzt hast du 24 Länder gesehen und bist um 76 Jahre gealtert. Wir empfehlen daher, nun die weiteren Staaten auszulassen und gleich in eines der 7 Länder zu reisen, in denen du mit lebenslänglich den Rest deines Lebens verbringen kannst. Wenn es schneller gehen soll: In anderen 7 Ländern gibt es auch die Möglichkeit der Todesstrafe (siehe unten).

Ansonsten hast du natürlich noch weitere Kombinationsmöglichkeiten, beispielsweise Botswana, Kuweit oder Samoa, wo du 7 Jahre ausfassen wirst.

10 Jahre gibt es für Schwule (nicht für Lesben) in Bahrain, Grenada, St. Kitts und Nevis, Palau und Tonga, in Jamaika sogar inklusive schwerer Zwangsarbeit. 10 Jahre für alle Homosexuellen gelten im Sultanat Brunei, den Malediven, Sri Lanka, St. Lucia sowie St. Vincent und die Grenadinen.

14 Jahre Haft in Gambia, Kenia, Tansania, Vereinigte Arabische Emirate, Salomonen, in Sambia, den Cookinseln, Kiribati und Papua-Neuginea. In Tuvalu gilt das nur für Schwule (nicht für Lesben).

15 Jahre fasst du in Afghanistan, sowie Antigua und Barbuda aus.

20 Jahre wandern Schwule (nicht für Lesben) in Uganda ins Gefängnis, alle Homosexuellen für 20 Jahre in Malaysia.

25 Jahre Haft droht Schwulen in Sansibar, Lesben 'nur' bis zu 7 Jahre. 25 Jahre für alle Homosexuellen gibt es in Trinidad und Tobago.

Lebenslänglich ins Gefängnis wandert man in Sierra Leone, Bangladesch, Myanmar, Singapur, Barbados und Guyana. Dasselbe gilt für Schwule (nicht für Lesben) in Pakistan.

Die Todesstrafe durch Steinigung - allerdings nur für Schwule (nicht für Lesben) - steht in Nigeria im Gesetz. Wenn man 'Glück' hat, kann man jedoch mit 'nur 14 Jahre Haft' davonkommen.

Die Todesstrafe steht auch in Somalia im Gesetz, allerdings nur in Gebieten, in denen die Sharia gilt. Sonst kommt man mit 'nur' 3 Jahre Haft davon. Ebenfalls die Todesstrafe droht im Jemen und Saudi Arabien. Auch im Iran droht die Todesstrafe (meist durch Hängen oder Steinigung) für Schwule, Lesben kommen hier mit 100 Peitschenhieben davon.

Die Todesstrafe ohne Ausnahme gibt es in Mauretanien und im Sudan.

Auf alle Fälle wird es eine mehr als traurige Reise im 21. Jahrhundert.


Diese Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Aufgrund sich ständig ändernder Gesetzeslagen und teilweise ungenauer Angaben der jeweiligen Botschaften kann keine Haftung übernommen und vor allem keinerlei Rechtsanspruch gegen den Verfasser erhoben werden.

 

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