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SchwachPerfekt 
Mittwoch, den 26. August 2009 um 00:00 Uhr

Atlanta: Studie räumt mit Irrglauben und Halbwahrheiten über das Risiko einer Infektion mit dem HI-Virus auf.

USA gay 'Eine Beschneidung verringert das Risiko einer HIV-Infektion' und 'Die meisten HIV-Positiven sind zwischenzeitlich Heterosexuelle' sind gefährliche Halbwahrheiten, die noch immer in der Homosexuellen-Szene verbreitet werden und für einen sorglosen Umgang mit Kondomen und dem Thema HIV und AIDS sorgen.

 

 
Beschneidung schützt vor einer HIV-Infektion

Seit im Jahr 2007 eine Studie veröffentlicht wurde, dass eine Beschneidung das Risiko einer HIV-Infektion senken könne, geistert diese Meinung immer wieder durch die Medien. Damals hatte zwei von einander unabhängige Studien der Universität von Illinois (Chicago), eine an 2.784 jungen Männern (18 bis 24 Jahre) in Kenia und an 4.996 ebensolchen jungen Männern in Uganda, das gleiche Ergebnis gebracht: Das Risiko, sich mit dem HI-Virus anzustecken, sinke um 50 bis 53%, wenn man beschnitten ist. Sogar die Internationale Aidshilfe-Organisation UNAIDS hatte damals den Afrikanern dazu geraten, sich beschneiden zu lassen.

Diese Studien und die Empfehlung der UNAIDS führte in den letzten Jahren immer wieder zu Fehlinterpretationen, besonders natürlich in Staaten, die von Haus aus einen hohen Anteil an beschnittenen Männern aufweisen. In den Vereinigten Staaten sind beispielsweise 80% aller Männer beschnitten (weltweit etwa 30%). Deshalb hat das Amerikanische Zentrum für Gesundheitsvorsorge (CDC) nun eine weitere Studie in Auftrag gegeben, an der knapp 4.900 Männer teilnahmen, die Analverkehr mit einem HIV-infizierten Partner praktizieren. Dabei stellte das Zentrum fest, dass die Infektionsrate nahezu unabhängig von einer Beschneidung oder nicht war. Die Infektionsrate war bei beschnittenen Männer nur 3,5% geringer als bei unbeschnittenen.

Es zeigte sich also, dass das Risiko einer Infektion bei heterosexuellem Sexualverkehr zwar etwa um die Hälfte sinkt, das jedoch nicht auf Analverkehr zutrifft.

Die überwiegende Zahl der HIV-Infizierten sind Heterosexuelle.

Auch die immer wieder verbreitete Meinung, AIDS sei zwischenzeitlich schon eine hauptsächlich Heterosexuelle betreffende Krankheit, ist nur die Halbwahrheit. So hatte beispielsweise selbst Life-Ball Organisator Gery Keszer öffentlich gemeint, nur (mehr) 1% der weltweit mit dem HI-Virus Infizierten seien Homosexuelle. Diese - möglicherweise korrekte, aber nicht wissenschaftlich belegbare - Zahl beruht auf den zig-Millionen von heterosexuellen HIV-Infizierten in den afrikanischen Staaten. In etlichen dieser Staaten ist Homosexualität sogar (bei Todesstrafe) verboten, selbst homosexuelle Infizierte würden daher in vielen dieser Staaten nicht ihre sexuelle Veranlagung offenbaren.

In den westlichen Industriestaaten sieht das bereits wieder anders aus: Wie das amerikanische Zentrum für Gesundheitsvorsorge im Rahmen der oben genannten Studie bekanntgab, sind rund die Hälfte aller Neuinfektionen bei Homosexuellen Männern festzustellen. Dies bei einem gleichzeitig geschätzten Anteil von 4% Homosexuellen an der Gesamtzahl aller Männer ergibt natürlich einen wesentlich höheren Anteil als die von Keszler verbreiteten 1%, nämlich dass sich jährlich etwa 1% der Heterosexuellen, aber 13% der Homosexuellen mit dem Virus neu infizieren.



Es zeigt sich also deutlich und unabhängig von der sexuellen Orientierung: Einen sicheren Schutz vor einer HIV-Infektion bietet nur das Kondom. Denn es ist unerheblich, ob ich Russisches Roulette mit einer oder mit drei Kugeln im Magazin spiele.


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