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Freitag, den 30. Juli 2010 um 00:06 Uhr

New York: Auch der jüdische Glaube öffnet sich - zumindest in Amerika - ein wenig den Homosexuellen: Man müsse ihnen mit Toleranz begegnen.

USA gay Führende jüdisch-orthodoxe Rabbiner haben eine Erklärung unterzeichnen, die zu verantwortungsvollen Umgang mit Homosexuellen auffordert. Zwar bleiben, so die Deklaration, homosexuelle Handlungen und die Ehe unter Homosexuellen weiterhin nach jüdischem Gesetz verboten, jedoch solle man Homosexuelle "mit Würde und Respekt" behandeln.

 

Führend in der Abfassung der Erklärung war der bekannte jüdische Gelehrte Rabbi Nathaniel Helfgot, dessen Ziel es war, ein Gleichgewicht zwischen einer streng halachischen Wirklichkeit - die homosexuelle Handlungen völlig verbietet - und den jüdischen Homosexuellen zu schaffen. Die jüdische Halacha gilt als rechtlicher Teil der Überlieferung des Judentums. In den darin niedergeschriebenen Auslegungen des schriftlichen Kanons der Tora spiegeln sich die unterschiedlichen Meinungen der Rabbiner, Weisen und Gelehrten des Judentums wider. Die Halacha sieht bisher eine heterosexuelle Ehe als alleinige legitime Ausdrucksform der menschlichen Sexualität vor. Umso wichtiger ist dieses Dokument, dass von einigen der höchstangesehenen Rabbiner und Gelehrten des jüdischen Glaubens in den Vereinigten Staaten unterzeichnet wurde. Rabbi Haskel Lookstein (Manhattan Kongregation Kehilath Jeshurun), Rabbi Shlomo Riskin (Oberrabbiner von Efrat und Gründer der Lincoln Square Synagoge) sind wohl die prominentesten Unterzeichner der Erklärung.

 

Es sei, so Rabbi Helfgot, vollkommen unerheblich, ob man homosexuell geboren oder erst im Laufe seines Lebens homosexuell werde: Alle Homosexuelle sollen mit Würde und Respekt behandelt werden und können auch Vollmitglieder der jüdischen Gemeinden sein. Niemand solle zudem zur 'Konvertierung von der Homosexualität' gezwungen werden, denn 'diese Techniken würden nicht nur nicht funktionieren, sondern können auch Schaden anrichten'.

 

Genauso wie homosexuelle Praktiken oder die Ehe unter Homosexuellen nach jüdischem Gesetz verboten sind, sei jedoch auch Homophobie nach der Tora verboten, die die 'tiefsten Werte des jüdischen Glaubens beinhalte'. Wie der Co-Autor des Dokumentes gegenüber dem Jewish Chronicle meinte, wisse er sehr wohl, dass 'diese Erklärung einigen nicht weit genug gehe'. Allerdings hätte man versucht, einen größtmöglichen und ausgewogenen Kompromiss zwischen den konservativen und den liberalen Juden zu finden. Die Zeit, zu diesem Thema eine Erklärung abzugeben, sei mehr als reif gewesen. Wie weitgehend die autonomen jüdischen Gemeinden in Amerika diese Erklärung interpretieren würden, bliebe diesen überlassen.

 

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