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Mittwoch, den 10. März 2010 um 01:20 Uhr

Homophober GewerkschaftsfunktionärPrag: Gewerkschaftsfunktionär ortet 'homosexuelle Seilschaften' bei den Bahn und hat Angst, sich bücken zu müssen.

Tschechei gay Die einzige Qualifikation für einen Posten bei den tschechischen Staatsbahnen sei offenbar 'jung und schwul'. Mit derartigen homophoben Äußerungen kritisiert ein Gewerkschaftsfunktionär die angebliche Personalpolitik des homosexuellen Verkehrsministers und dem ebenfalls schwulen Bahn-Chef.

 

Große Aufregung um einen kleinen Gewerkschaftsfunktionär: Dieser wurde in einem Zeitungsinterview gefragt, was er persönlich von Petr Žaluda, dem Chef der Tschechischen Bahnen halte. Offenbar nicht viel, denn "der homosexuelle Žaluda hielte es mit dem homosexuellen Verkehrsminister Slamečka, und dieser hätte wieder Verbindung zum ebenfalls homosexuellen Chef des Regierungsamtes, Novak." Insgesamt, so der Chef der Gewerkschaften für Dienstleistungen und Verkehr, Jaromír Dušek, wären rund 20 homosexuelle Mitarbeiter ins Verkehrsministerium geholt worden, sowie an die 30 in das Management der Tschechischen Bahnen, so somit sozusagen "absolut von diesen Leuten beherrscht" würden.  Jaromír Dušek hat eigenen Angaben zufolge bereits "Angst, sich auf den Fluren des Bahn-Managements nach einem Bleistift zu bücken."

 

Kurz danach legte Dušek noch nach: Fähige Leute müssten das Management verlassen und würden durch junge Männer ersetzt, deren einzige Qualifikation offenbar darin bestünde, dass sie homosexuell sind. Er habe jedoch nichts gegen Homosexuelle, sondern nur gegen "homosexuelle Seilschaften." Kritik an diesen homophoben Entgleisungen des Gewerkschaftsfunktionärs kam natürlich postwendend: Premierminister Fischer verurteilte das durch derartige Aussagen hervorgerufene 'homophobe Athmosphäre' und bezeichnete Dušeks Äußerungen als "die niedrigste und primitivste Form eines Angriffs auf die menschliche Würde." Alle Parlamentsparteien verurteilten die Aussagen ebenfalls und forderten Dušeks sofortigen Rücktritt, die tschechischen Grünen denken über eine Strafanzeige nach. Verkehrsminister Slamečka, selbst als einer der "homosexuellen Seilschaft" genannt, sprach von einer 'Nazi-Rhetorik'. Dušek hingegen lehnt es weiter ab, sich für die gemachten Aussagen zu entschuldigen.

 

Mit Humor reagierte hingegen die Brünner Schwulen- und Lesbenvereinigung: Sie schickte Dušek einen 'Bleistift am langen Band' - damit er sich nicht bücken müsse, wenn ihn dieser einmal in den Büros der Tschechischen Bahnen runterfällt.

 

Bild: fotomontage

 

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