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Freitag, 12. März 2010
Jesuiten: "Papst hetzt zuviel" Drucken
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Samstag, den 06. Februar 2010 um 00:10 Uhr

Frankfurt: Jesuitenpater wirft Papst Benedikt Hetze gegen die Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften vor.

Deutschland gay Durch die ständige Tabuisierung der sexuellen Verfehlungen, der Hetze des Papstes gegen homosexuelle Lebensgemeinschaften und dem Zölibat würde die katholische Kirche einen offenen Umgang mit der Sexualität verhindern, meint der Jesuitenpater und Professor für Theologie.

 

Der deutsche Jesuitenorden war durch Vorfälle von sexuellem Missbrauch von Schülern durch Patres an den Elite-Gymnasien des Ordens in den letzten Tagen in die Schlagzeilen geraten (wir berichteten hier). Nun geht der Jesuitenpater und Professor für Praktische Theologie und Religionssoziologie an der Jesuiten-Hochschule St. Georgen (Frankfurt/Main), Friedhelm Mennekes, in die Offensive und wirft Papst Benedikt XVI. in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau vor, durch ständige Tabuisierung der sexuellen Verfehlungen in der Kirche den offenen Umgang der Kirche mit der Sexualität zu verhindern.

 

Mennekes meinte wörtlich: "Wir müssen weg von der antiquierten Vorstellung, das Leben, das Sexualleben zumal mit Verboten und Geboten richten zu können. Ich kriege das nicht zusammen, wenn ich in der Zeitung über diesen Missbrauchsskandal lesen muss, und ein paar Seiten weiter hetzt der Papst gegen die Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften. Diese Fixierung der obersten Hierarchie auf die Frage, wie Menschen ihre Sexualität leben, blockiert letztlich eine offenen und freien Umgang mit den Problemen, die wir in unseren eigenen Reihen genau damit haben. Und letztlich kommt es damit unfreiwillig zu einer unglaublichen Sexualisierung des Alltags, die einem freien, entspannten und wertschätzenden Umgang mit der Sexualität zuwiderläuft."

 

Für Mennekes sie einer der Gründe das Zölibat, mit dem es "so nicht weitergehen" könne. In einer Ordensgemeinschaft sei das Zölibat nur mehr auf freiwillliger Basis möglich. Auch über Frauen im Priesteramt müsse die katholische Kirche nachdenken, sonst "fährt das System vor die Wand." Die derzeitige Situation mit den Missbrauchsfällen und der offenbar jahrelangen Vertuschung sieht er natürlich als schwierig, jedoch sei der Weg der schonungslosen Aufklärung der richtige: "Wer weiß, was noch alles herauskommt? Aber ich glaube, es gibt bei uns den Mut zu sagen: Okay, dann muss es jetzt raus!"

 

Bild: st.georgen

 

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