| Homophobe Attentate in Laibach |
| Montag, den 28. Juni 2010 um 00:00 Uhr |
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 Die homophoben Grafittis stammen vermutlich aus der selben Tätergruppe wie der Anschlag mit den Molotow-Cocktails. Neben der Wand des Cafés wurde auch die Hauswand jener Richterin beschmiert, die im März 2010 drei Männer für einen 2009 begangenen Überfall auf eine anlässlich der Pride-Week stattfindenden Literaturlesung in einem Laibacher Lesbencafé zu einer Gefängnisstrafe verurteilte. Bei dem damaligen Überfall wurde der Homosexuellenaktivist Mitja Blažić schwer verletzt (wir berichteten hier). Der slowenische Präsident Danilo Türk verurteilte noch am Sonntag die homophoben Angriffe auf das beliebte Schwulencafé scharf. In seiner gegenüber der Nachrichtenagentur abgegebenen Erklärung nannte er jegliche Gewalt, "vor allem jene, die Intoleranz gegenüber Menschen anderer Rasse, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung betrifft", vollkommen inakzeptabel. Zudem äußerte er seine Besorgnis über die Tatsache, dass die unbekannten Täter auch das Haus des Richters mit homophoben Graffitis beschmierten: "Eine solche Handlung ist ein Versuch der Einschüchterung und Vergeltung, was besonders gefährlich für das Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft und eines Rechtsstaats" sei, meinte der Präsident. Er erwarte sich, dass die Polizei mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mittel zur Ausforschung der Täter beitrage.  Die betroffene Richterin, übrigens die Ehefrau des slowenischen Justizministers Aleš Zalar, bestätigte einem slowenischen Privatsender die homophoben Graffitis an ihrem Haus: "Das war nicht nur eine unangemessene Intoleranz gegenüber dem Rechtstaat, es war auch ein Angriff auf die Gefühle und die persönliche Sicherheit meiner Familie." Der slowenische Justizminister nahm hingegen heute persönlich an einer Pressekonferenz im betroffenen Schwulencafé teil, um damit auch seine Ablehnung der homophoben Handlungen zum Ausdruck zu bringen: "Sloweniens Demokratie habe durch diesen feigen Angriff einen schweren Schlag erhalten", meinte er und rief alle Menschen auf, sich gegen solche Taten zu wehren. Wie der Justizminister weiter meinte, gebe es offenbar eine tief verwurzelte Intoleranz gegenüber Homosexuellen in Slowenien: "Obwohl es leicht sein dürfte, die homophoben Graffiti zu übermalen, dürfte es wesentlich schwieriger sein, diese Intoleranz zu entfernen", sagte er. Innenministerin Katharina Kresal betonte hingegen einmal mehr, dass es für derartige "offene Angriffe auf die demokratische Gesellschaft null Toleranz" geben dürfe.  Der im letzten Jahr bei dem Überfall verletzte Aktivist Mitja Blažić sieht hingegen einen Zusammenhang mit den homophoben Attacken und der am kommenden Samstag stattfindenden CSD-Parade in Laibach. Die Täter wollten offenbar Angst schüren, um Personen von der Teilnahme an der Parade abzuschrecken. Allerdings, so Blažić, würden sie damit eher das Gegenteil erreichen: Damit würden die Menschen erkennen, wie wichtig der Kampf für gleiche Rechte und Chancen, sowie die Achtung der Menschenrechte in Wahrheit sei. Der Polizeichef von Laibach hat jedenfalls bereits zugesagt, alles in seiner Macht stehende zu unternehmen, um die Täter auszuforschen und zudem die CSD-Parade entsprechend vor weiteren Angriffen zu schützen.  Bild: |

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