| Tiger-Drama in Hamburg |
| Samstag, den 12. Dezember 2009 um 00:00 Uhr |
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 Seit 5 Jahren arbeitet der 28-jährige Augsburger, der aus einer Schaustellerfamilie entstammt, bereits mit Tigern und ist somit der jüngste Raubtierdompteur. Erst Ende 2007 hatte er seine eigenen Tiger einem polnischen Zirkus abgekauft und war so zum selbstständigen Unternehmer geworden. Rund 12.000 Euro muss er pro Monat einspielen, damit er die 8 Tiere und seine Show erhalten kann und tritt deshalb zweimal täglich in diversen Arenen auf. Gebissen wurde er bis zu dem Vorfall diese Woche noch nie, lediglich einen Tatzenschlag bekam er einmal ab, der noch immer Narben auf seiner Brust zurückgelassen hatte. Angst hatte der Dompteur trotzdem noch nie vor den Tieren, die ausgewachsen immerhin gewaltige Kraft haben und rund 350kg auf die Waage bringen. Die hat er nur vor Mäusen.  Seit 19. November trat Christian Walliser nun bei der bereits zum fünften Mal in der Alten Hagenbeck'schen Dressurhalle in Hamburg stattfindenden 'Dinner-Show' auf. "Als neuer Star der Tierlehrerszene" wurde er angekündigt. Dienstag Abend kam es dann jedoch zur Katastrophe: Während die ersten Gäste in die Halle eingelassen wurden, stolperte Christian Walliser im Zentralkäfig. Nach Aussagen des Veranstalters hielten seine Tiger dies für eine Aufforderung zum Spielen, jedoch ist natürlich die dünne, menschliche Haut solchen spielerischen Attacken nicht so gut gewachsen wie die dickere, lockere und fellgeschützte Haut eines Tigers. Andere Dompteure sprechen jedoch von einem 'falschen Verhalten' des 28-jährigen, das auf mangelnder Erfahrung beruhen soll. So hätte es Walliser verabsäumt, seinen beiden Jungtieren rechtzeitig durch mehr Abstand auch mehr Respekt einzuflösen, was sich bei dem Unfall nun gerächt hätte. Es seien gerade die beiden Jungtiere gewesen, die Walliser am stärksten attackiert und ihn auch getötet hätten, wären nicht seitens des Veranstalters sofort Notfallmaßnahmen eingeleitet worden. Die beiden Jungtiere hätten eine Chance gesehen, sich 'in der Rangordnung nach oben zu bringen'. Christian Walliser erlitt schwere Verletzungen an Oberkörper, Kopf und seiner Hand und wurde sofort in das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf eingeliefert, wo notoperiert werden musste. Er befand sich bis gestern in künstlichem Koma, sein Zustand wird immer noch als kritisch bezeichnet. Gerüchte, nach denen Christian W. eine Hand amputiert worden sein soll, entsprechen jedoch nicht der Wahrheit.  Vollkommen verzweifelt ist natürlich auch der Lebensgefährte Wallisers. Er wurde sogar kurzzeitig festgenommen, nachdem Zeugen bei der Polizei behauptet hatten, er würde die Tiger erschiessen wollen. Bei der Durchsuchung der Räumlichkeiten wurde jedoch keine Waffe gefunden und die Vorwürfe konnten nicht bestätigt werden. Auch Wallisers Lebensgefährte befindet sich immer noch in einem Schockzustand und wird derzeit noch medizinisch betreut. Die Tiger hingegen wurden an einen geheimen Ort verbracht und der Obhut eines mit Walliser befreundeten Tierpflegers übergeben. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. forderte zwischenzeitlich die sofortige Beschlagnahme: "Wildtiere ließen sich eben nicht durch Belohnungshappen dressieren wie Hunde."  Die Dinnershow in der Alten Hagenbeck'schen Dressurhalle geht hingegen - natürlich ohne Christian Wallisers Tiger-Dressurnummer - mit zwei Vorstellungen täglich weiter und soll noch bis zum 31. Dezember zu sehen sein. Ab März hätte Walliser dann mit seiner Nummer im Zirkus Crocofant auftreten sollen. Ob er bis dahin bereits wieder so weit genesen sein wird, kann derzeit noch nicht beurteilt werden.  Bild: BR |

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