| Eugenius Madame Putana |
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| Mittwoch, den 21. April 2010 um 00:00 Uhr |
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 Prinz Eugen Franz von Savoyen-Carignan, Graf von Soissons, wurde am 18. Oktober 1663 als jüngster Sohn des französischen Generals Eugen Moritz Graf von Soissons und dessen Ehefrau Olympia Mancini geboren. Nach dem Tod seines Vaters - Gerüchten zufolge wurde dieser von seiner eigenen Ehefrau vergiftet - wurde seine Mutter eine der zahlreichen Maitressen Louis XIV. Nach etlichen Intrigen und Skandalen wurde die Mutter mit ihren Söhnen jedoch aus Paris verbannt. Eugen wuchs bei seiner Großmutter Marie von Bourbon auf, die ihren 'schwächlichen, verwachsenen und unansehnlichen Enkel' gerne als Geistlichen gesehen hätte. Deshalb musste Eugen auch in einem frühen 'Zwangszölibat' leben - offiziell. Inoffiziell jedoch soll sich der nach Aussagen Liselottes von der Pfalz "schmutzige, sittlich verkommene Bub" Eugen an Männer verkauft haben. Die ersten 'Titel', die er sich so 'erwirtschaftete', waren demnach auch wenig schmeichelhaft: 'Madame Lausiene', 'Madame Simone' oder 'Eugenius Madame Putana' soll sich 'für einen Thaler gebrauchen haben lassen'. Ebenfalls von Liselotte von der Pfalz soll die Bemerkung stammen: "Er incommodiert sich nicht mit Damen, ein paar schöne Pagen wären besser seine Sache." Weil sich Sonnenkönig Louis XIV. weigerte, Eugen die militärische Laufbahn zu eröffnen, floh dieser zusammen mit einem entfernten Vetter, dem königlichen Schwiegersohn Louis-Armand Prince Conti (Anm: unseres Wissens nach nicht verwandt mit Angelo Conti) in Damenkleidern unerkannt aus Frankreich. Dort fand er Aufnahme im Heer Karls von Lothringen, um sich in der Schlacht vom Kahlenberg (September 1683) zu verdienen. Daraufhin erfolgte, bedingt durch zahlreiche gewonnene Schlachten, eine beispiellose Karriere vom Oberst des Dragonerregiments Kufstein zum Feldmarschall und Oberbefehlshaber des ungarischen Heeres bis zum Oberbefehlshaber des gesamten österreichischen Heeres. Danach die Erhebung zum Generalgouverneur des Herzogtums Mailand, zum Reichsfeldmarschall und zum Kaiserlichen Generalleutnant. Durch die Eroberung Belgrads nach den Angriffen des Osmanischen Reiches und dem daraus resultierenden Frieden von Passarowitz (1728) gilt Prinz Eugen als 'Befreier vor der Türkengefahr und Bewahrer Europas vor der türkischen Herrschaft'.  Über das Privatleben des zeitlebens unverheirateten Prinzen ist wenig bekannt: Zwar liebte er es, sich mit schönen Frauen - beispielsweise der Gräfin Batthayáni - zu umgeben, aber auch Männer - meist von zweifelhaftem Ruf - hielten sich fast immer in seiner unmittelbaren Nähe auf. Einer davon war Staatsekretär von Bartenstein (Anm: unseres Wissens nach nicht verwandt mit dem ehemaligen Wirtschaftsminister Martin Bartenstein), der einen 'beherrschenden Einfluss auf den alternden Prinzen' ausgeübt haben soll. Auch sein inniges Verhältnis zu seinen zahlreichen Vettern und Neffen sorgte immer für gewissen Gerüchte. Bereits zu Lebzeiten gab es daher zahlreiche Anspielungen - 'Mars ohne Venus' -, die seinen Ruf als 'Homosexueller' begründeten. Tatsächlich gibt es aber aus historischer Sicht keine fundierten Erkenntnisse über das Privatleben des am 21. April 1736 verstorbenen Prinzen. Es ist nicht einmal bekannt, ob Eugen jemals überhaupt sexuellen Kontakt mit anderen Personen gehabt hatte, da die Erbin seines unschätzbaren Vermögens, seine Nichte Anna Viktoria von Sachsen-Hildburghausen, den größten Teil seinesr Kunstsammlung und seiner Immobilien verkaufte und seine Privatpapiere verbrennen ließ.  Seit Februar läuft im Unteren Belvedere eine Ausstellung über Prinz Eugen mit dem Titel 'Feldherr Philosoph und Kunstfreund'. "Da wir das Jahr 2010 schreiben, wird auch die mögliche Homosexualität des savoyischen Prinzen nicht verschwiegen, wenn auch mit allen Mitteln versucht wird, dieses 'Manko' des 'Erretters der Christenheit' möglichst unter den Teppich zu kehren", meinen die Grünen Andersrum Wien. In einer Spezialführung wird daher QWIEN-Guide Andreas Brunner nicht nur Prinz Eugens Homosexualität einer kritischen historischen Überprüfung unterziehen, sondern auch die Frage, warum es auch heute noch offenbar nicht möglich sein darf, dass einer der unbestritten größten Feldherrn der österreichischen Geschichte vielleicht lieber mit Männern ins Bett ging. Eugens Verherrlichung als Fürst, Kunstsammler und fast manischer Bauherr wird ebenso Thema der Führung sein wie die Heroisierung männlichen Heldentums in durchaus fragwürdigen Kriegen. Die großen Triumphe des geniale Strategen Eugen werden in der Ausstellung gefeiert, in der QWIEN-Führung werden aber auch die Kehrseiten dieses gnadenlosen Kampfes um die politische Vormachtstellung in Europa erläutert. QWIEN-Guide Andreas Brunner hat dazu historische Fakten quer gelesen und zahlreiche interessante Details entdeckt, die die Heldengeschichte von Prinz Eugen in einem anderen Licht erscheinen lassen.  Die Führungen, die jeweils Mittwoch von 18:45 bis 21:00 Uhr (28.4., 5.5, 12.5, 19.5), sowie Samstag, den 8.5 und Sonntag, den 16.5 jeweils von 14:00 bis 16:00 Uhr stattfinden, sind kostenlos. Der Eintritt in die Ausstellung und der Führungsbeitrag wird von den Grünen Andersrum getragen. Allerdings ist eine Anmeldung unbedingt entweder per Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder telefonisch unter +43 1 4000/81800 erforderlich.  Bild: |



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