| Nach Jesuiten die Benediktiner |
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| Donnerstag, den 25. Februar 2010 um 01:40 Uhr |
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 Wir müssen uns bei unseren Lesern entschuldigen: Zwischenzeitlich vergeht kaum ein Tag, in dem wir nicht mehrere Meldungen über diverse Missbrauchsfälle von Knaben durch katholische Geistliche bekommen. Um nicht nur mehr über die Skandale innerhalb der römisch-katholischen Kirche zu berichten, müssen wir die Mehrzahl der Meldungen verschweigen. Das ist jedoch keine Sünde, denn auch die katholische Kirche in Irland, Deutschland, den Vereinigten Staaten und nun auch Österreich hat diese Missbrauchsfälle bekanntlich jahre- und jahrzehntelang verschwiegen.  Der neueste Fall, der nun aufgedeckt wurde, betrifft die Diözese Graz-Sekau mit Bischof Egon Kapellari, der erst vorige Woche von 'Homosexualität als unheilbaren Habitus' gesprochen hatte (wir berichteten hier): Ein zwischenzeitlich 46-jähriger Techniker aus Leoben wandte sich an die Kleine Zeitung mit der Aussage, er und zumindest zehn weiterer Knaben im Alter zwischen 10 und 14 Jahren seien in den 70er-Jahren vom Pfarrer der nur rund 1.450 Einwohner zählenden Gemeinde St. Gallen, sexuell missbraucht worden (es soll sich dabei um den Benediktinermönch Pater Berthold St. gehandelt haben). Zeugen sollen gegenüber der Zeitung die Fälle bestätigt haben: "Immer seien Buben betroffen gewesen, meist aus sozial schwachen Familien", berichtete einer der Zeugen, der jedoch aus Angst "vor Repressalien durch jene, die die Geschichte am liebsten ruhen lassen wollen" lieber anonym bleiben will. Der verdächtigte Pater kann sich zu den Vorwürfen nicht mehr äußern, er ist zwischenzeitlich verstorben.  Offenbar habe Pater St. bei seinen Schandtaten nicht nur auf seine angesehene Position als Gemeindepfarrer gebaut, sondern auch mit der Gottgläubigkeit seiner Gemeindemitglieder spekuliert. Wie Recht er damit hatte, zeigt die Schilderung des heute 46-jährige Technikers. Als er damals seiner Mutter von den Vorfällen berichtet habe, hätte diese nur gemeint: "So etwas sagt man nicht, Gott hört alles mit!" Daraufhin habe er geschwiegen. Zu lange, denn als er als Erwachsener mit anderen Opfer Kontakt aufnahm und Anzeige erstatten wollte, war sein Fall bereits verjährt. Die anderen Opfer, deren Fälle noch nicht verjährt waren, wollten hingegen keine Anzeige erstatten: Zu groß war angeblich der Respekt und die Furcht vor dem Pfarrer.  Gegenüber der Kleinen Zeitung soll sowohl der heutige Abt von Admont (der für die Pfarre zuständigen Stelle) als auch Diözesanbischof Kapellari bestätigt haben, dass sie Kenntnis von dem Fall hätten. Allerdings betonten beide, dass man bisher nur davon ausgegangen sei, dass der Techniker von den Vorwürfen nur wisse. Nicht gewusst haben will man hingegen davon, dass der Techniker selbst davon betroffen wäre. Der Abt von Admont hat sich in einer Stellungnahme zwischenzeitlich auch "mit tiefer Betroffenheit" an die Öffentlichkeit gewendet. Er stellte klar, dass jede Form von Kindesmissbrauch absolut zu verwerfen ist und ein äußerst schweres Unrecht gegenüber Minderjährigen darstellt." Das klarzustellen sei ein Anliegen der ganzen Benediktinergemeinschaft.  So schwer die Vorwürfe gegen den Pfarrer, der kurz nach Bekanntwerden der angeblichen Missbrauchsfälle pensioniert wurde und kurz darauf verstarb, auch sind: Fairerweise muss man erwähnen, dass sich der Techniker auch an die 'Ombudstelle für Opfer sexuellen Missbrauchs von kirchlichen Angestellten der Diözese Graz-Seckau' gewandt hatte. Dort forderte er eine Million Euro Schmerzensgeld, was natürlich mit dem Argument abgelehnt wurde, dass die Kirche kein 'Schweigegeld' zahle.  Bild: st.gallen (stmk.) |



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