| Ehe, Religion und Kinder in Österreich |
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| Sonntag, den 20. Dezember 2009 um 01:00 Uhr |
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 Lebten 1998 in Österreich noch 79.0% aller Familien in einer Ehe, waren es zehn Jahre später bereits nur mehr 73.6%. Nur mehr 57.6% aller Haushalte Österreichs bestehen aus Ehepaaren mit Kindern (1998: 60.6%), bei sogar nur mehr 32.6% sind diese Kinder unter 15 Jahre alt (1998: 37.9%). Während die Polularität der traditionellen Ehe demnach seit Jahren nachlässt, erfreut sich die Lebenspartnerschaft zunehmender Beliebtheit: Zogen 1998 erst 8.7% diese Form der Lebensgemeinschaft vor, waren es 10 Jahre später bereits immerhin 13.7% aller Familien in Österreich. Die Lebenspartnerschaft wird durchaus auch eine alternative Form für Familien mit Kindern: Hatten 1998 bereits 42.7% aller Lebenspartnerschaften Kinder, waren es 2008 bereits 45.2%. Noch signifikanter wird es, wenn man die Zahl der Familien mit Kindern unter 15 Jahre zugrunde legt: 2008 lebten nur mehr in 36.6% aller Ehen Kinder unter 15 Jahre, hingegen bereits in 37.4% aller Lebenspartnerschaften. Kein Wunder also, dass die Zahl der unehelich geborenen Kinder ebenfalls seit Jahren konstant ansteigt: 2008 wurden in Österreich bereits 38.8% aller Kinder unehelich geboren. Wer das nun auf die Bundeshauptstadt Wien zurückführt, der irrt gewaltig: Das Bundeland Wien hat mit Abstand die geringste Quote an unehelich geborenen Kindern (31.1%). Führend sind hier die Kärntner, wo bereits mehr als die Hälfte aller Kinder (53.3%) unehelich geboren werden, gefolgt von der Steiermark (47.7%) und dem 'heiligen Land Tirol mit 42.2%. Konstant rund 12% aller Kinder wachsen seit 1998 bei einem Alleinerziehenden Elternteil auf.  Ebenfalls stark fallend ist zudem die Zahl der Neugeborenen in den Letzten 10 Jahren: Wurden 1991 in Österreich noch 95.227 Kinder geboren, waren es 2008 nur mehr 77.752. Allerdings fällt diese Zahl seit hundert Jahren konstant: 1908 wurden in Österreich noch 180.034 Kinder geboren (27.7 pro 1000 Einwohner), 1968 waren es nur mehr 126.115 (17.0 pro 1000 Einwohner) und 2008 eben nur mehr 77.752 (9.3 pro 1000 Einwohner). Trotzdem: Die Zahl der Todesfälle liegt (noch) knapp unter der Zahl der Neugeborenen (2008: 75.083), was jedoch auch auf die höhere Lebenserwartung zurückzuführen ist. Das Durchschnittsalter der Österreichischen Bevölkerung ist in den letzten 100 Jahren um knapp 12 Jahre auf 41.1 Jahre angestiegen. (Insgesamt leben heuer bereits 924 über 100-jährige in Österreich.)  Doch zurück zur Ehe: 35.223 Eheschließungen gab es letztes Jahr. Das sind immerhin um 3.920 weniger als noch vor 10 Jahren. Die meisten davon (68.0%) finden in den Monaten Mai bis September statt. Umgekehrt dazu verhält es sich bei den Scheidungen: Hier werden die meisten Anträge in den Monaten Oktober bis April gestellt. 19.701 Ehen, also etwa jede zweite Ehe, wurden letztes Jahr wieder geschieden. Bis vor 30 Jahren war die Ehe noch wesentlich haltbarer: Damals wurden nicht einmal 20% aller Ehen wieder geschieden.  Die Auswirkungen dieser Zahlen auf den Bevölkerungsstand in Österreich:  Innerhalb der Europäischen Union liegt Österreich mit einem Bevölkerungswachstum von 4.2% in den letzten 10 Jahren immerhin an 9. Stelle und noch deutlich vor dem Nachbarn Deutschland, das nur 0.7% Bevölkerungswachstum hatte ( Schweiz: 5.5%). Unangefochtener Spitzenreiter sind Zypern mit 28.4% und Irland mit 17.5% Wachstum, Schlusslichter Bulgarien mit -8.1% und Lettland mit -6.3%. Allerdings ist die Hälfte des Bevölkerungszuwachses in Österreich auf die steigende Zahl der Ausländer zurückzuführen: Der Anteil der Österreicher in Österreich stieg in den letzten 10 Jahren nur um 2.7%, der der in Österreich lebenden Ausländer hingegen um 20%. Der höchste Anteil an Ausländern lebt mit 18.9% in Wien, gefolgt von Vorarlberg mit 12.6%. Den geringsten Ausländeranteil hat hingegen das Burgenland mit nur 4.7%. Insgesamt hat sich der Anteil der in Österreich lebenden Ausländer in den letzten 50 Jahren fast verzehnfacht. Die meisten davon (36.6%) kamen aus den Staaten des ehemaligen Jugoslawien, gefolgt von den Türken mit 13.3%. Demographische Prognosen sprechen davon, dass in bis zum Jahr 2030 in Österreich 9 Millionen Personen leben werden, im Jahr 2050 werden es sogar 9.5 Millionen sein. Jeder Dritte davon wird allerdings über 60 Jahre alt sein. 17.5% der Österreicher haben schon jetzt einen Migrationshintergrund (Zuwanderer 1. oder 2. Generation). Auch hier ist wieder Wien mit 35.4% und Vorarlberg mit 21.0% Spitzenreiter. Am wenigsten Österreicher mit Migrationshintergrund leben im Burgenland mit nur 8.0% und der Steiermark mit 9.0%.  Und wie geht es der römisch-katholischen Kirche?  Nur mehr 73.6% der in Österreich lebenden Personen gehören der römisch-katholischen Kirche an, 4.7% bekennen sich zur evangelischen Glaubensgemeinschaft und 4.2% zum Islam. Immerhin 14.0% sind konfessionslos (ohne Bekenntnis). Diese Daten stammen jedoch aus 2001, weil diese nur bei einer Volkszählung erhoben werden. Es ist daher anzunehmen, dass es zwischenzeitlich noch weniger Katholiken und mehr dem Islam angehörende, in Österreich lebende Personen gibt. Die römisch-katholische Kirche spricht davon, dass etwa 800.000 Personen jeden Sonntag die heilige Messe besuchen. Das wären nur 9.7% der in Österreich lebenden Personen. In Österreich wird übrigens nur mehr etwa jede 3. Ehe (34.6%) auch in der römisch-katholischen Kirche geschlossen (was nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass es nur für 63.3% der Paare - zumindest für einen Partner - die Erstehe war). Gerade einmal 12.790 Ehen wurden insgesamt im Jahr 2006 von einem römisch-katholischen Pfarrer geschlossen.  Bild: gayösterreich.at / Daten: Statistik Austria |



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