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Wien: Wien's älteste Gay-Diskothek wurde 30 Jahre alt und blieb trotz der bewegten Geschichte doch jung und beliebt.
 Was sich so lange hält, muss man wohl bereits als Institution bezeichnen. Auch wenn zwischenzeitlich bereits die 'nächste Generation' im Lokal abfeiert und das Lokal auf eine bewegte Geschichte zurückblicken kann: An Qualität hat das Lokal in der Innenstadt jedoch keineswegs verloren.
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1979: Die große islamische Revolution war das alles beherrschende Weltthema. Der Schah von Persien, Reza Pahlevi muss das Land verlassen und flieht nach Ägypten, islamische Fundamentalist Ajatolla Khomeini übernimmt die Macht im neuen Land Iran. Der neue religiöse Führer versucht nach Jahren der Modernisierung des Landes durch den Schah das Rad der Geschichte um mehrere Jahrhunderte zurückzudrehen. Mit Erfolg, wie man heute sieht. Auch in Zentralafrika wird Kaiser Bokassa, in Uganda Idi Amin und in Nicaragua Diktator Somoza gestürzt. Mutter Theresa erhält den Friedensnobelpreis, die Sowietunion besetzt hingegen 'aus brüderlicher Hilfe' Afghanistan und beginnt damit einen somit bereits einen bis heute dauernden Krieg. In Österreich enden hingegen die Nationalratswahlen mit einem grandiosen Sieg der Sozialdemokraten - damals noch Sozialisten - unter Bruno Kreisky, in der ÖVP ist - wieder einmal - Köpferollen angesagt: Statt Josef Taus kommt Alois Mock. Helmut Zilk, später Bürgermeister von Wien, geht in die Politik und wird Kulturstadtrat von Wien. Reinald Hübl ist sein Nachfolger als Kolumnist bei der Kronenzeitung. Ebenfalls im selben Jahr wird in Wien die 5.7 Milliarden Schilling teure UNO-City feierlich eröffnet und für eine 'symbolische Miete' von 1 Schilling (rund 7,26 Cent) an die Vereinten Nationen unter Generalsekretär Kurt Waldheim - dem späteren österreichischen Bundespräsidenten - übergeben.
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Im ORF sorgt Nina Hagen im Club 2 für einen handfesten Skandal, als sie zum Thema 'Was ist los mit der Jugendkultur' live im österreichischen Fernsehen 'Nachhilfe in Selbstbefriedigung' gibt. Und in Amerika reitet John Wayne nie wieder: Der Westernheld einer ganzen Generation stirbt im Juni 1979 als 72-jähriger. Im selben Jahr übernahm der 'ewige Theologiestudent' Gerhard Joppich einen unter 'John Player's' bekannten Club und machte daraus die Diskothek 'Why Not'. Bereits seit 1951 besaß das an der Adresse Tiefer Gaben 22 angesiedelte Lokal eine 'Bierausschankgenehmigung', Anfang der 70er-Jahre eröffnete Kurt Markus dort die 'Brückenstube', die somit als eine der ältersten Schwulenbars Österreich Geschichte schrieb. Nach dem tragischen Selbstmord Joppichs und dem nicht weniger tragischen Krebstod seines Nachfolgers Ronnie wird die Diskothek Why-Not von dessen ehemaligen Freund weitergeführt. So feiert die Diskothek nunmehr demnach bereits ihr 30-jähriges Bestehen, hat  jedoch all die Jahre nie etwas von ihrer Anziehungskraft verloren. Damals wie heute ist es immer noch die 'bunte Mischung der Gäste', die das 'besondere Flair' des Lokals ausmacht.
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Natürlich ist es die Frage, ob man spezielle Lokale und Diskotheken für Homosexuelle in Österreich des 21. Jahrhunderts wirklich noch braucht. Eine aufgeklärtere Gesellschaft - und hier vor allem die jungen Diskotheken- und Lokalbesucher - stößt sich längst nicht mehr daran, wenn sich auch in 'Hetero-Lokalen und Diskotheken' homosexuelle Pärchen vergnügen. Bezeichnend, dass ausgerechnet von einem österreichischem Gay-Lifestyle-Magazin erst unlängst ein Club als 'bester Gay-Club' gewählt wurde, der nur 5 Mal im Jahr in Wien-Ottakring stattfindet und dessen Veranstalter ihr Event keinesfalls als 'Schwulen-Clubbing' bezeichnet sehen wollen.  Auch wenn heute mit dem Thema Homosexualität wesentlich offener und freier umgegangen wird als noch vor 30 Jahren, und auch wenn es ohne Zweifel modernere und größere Diskotheken und Clubbings gibt: Das Why Not hat sich seinen Platz erfolgreich über 30 Jahre erhalten können. Bezeichnend, dass der Ottakringerbach - der heute natürlich längst abgeleitet wurde und unterirdisch verläuft - einst von Ottakring über den Tiefen Graben in den Donaukanal floß und somit alles von dort in den Tiefen Graben spülte. So blieb auch das Why Not all die Jahre jene Institution, in der - früher oder später - alle einmal landen.
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Bilder: gayösterreich.at |
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